Calcium: Bedarf, Lebensmittel und Tipps ohne Milch

So viel brauchst du am Tag
| Jugendliche 13–18 J. | 1.200 mg/Tag |
|---|---|
| Erwachsene ab 19 J. | 1.000 mg/Tag |
Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Menschen. Bei Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit gelten oft andere Werte.
Lebensmittel mit viel Calcium
| # | Lebensmittel | je 100 g | je Portion |
|---|---|---|---|
| 1 | ParmesanKühlregal | 1.176 mg | 1.176 mg100 g |
| 2 | BergkäseKühlregal | 1.100 mg | 1.100 mg100 g |
| 3 | Gouda (gerieben)Kühlregal | 863 mg | 259 mg1 kleine Handvoll, gerieben |
| 4 | SesamGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 783 mg | 783 mg100 g |
| 5 | RaclettekäseKühlregal | 690 mg | 690 mg100 g |
| 6 | HalloumiKühlregal | 660 mg | 660 mg100 g |
| 7 | ChiasamenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 583 mg | 58 mg1 Esslöffel |
| 8 | Camembert (45 %)Kühlregal | 558 mg | 558 mg100 g |
| 9 | Mozzarella lightKühlregal | 440 mg | 550 mg1 Kugel |
| 10 | MozzarellaKühlregal | 378 mg | 227 mg½ Kugel |
| 11 | GrünkohlObst & Gemüse | 286 mg | 286 mg100 g |
| 12 | Tahin (Sesammus)Konserven & Gläser | 282 mg | 282 mg100 g |
| 13 | Nori-BlätterGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 274 mg | 274 mg100 g |
| 14 | FetaKühlregal | 248 mg | 124 mg1 Portion für den Salat |
| 15 | Getrocknete FeigenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 229 mg | 229 mg100 g |
| 16 | RicottaKühlregal | 216 mg | 216 mg100 g |
| 17 | RucolaObst & Gemüse | 216 mg | 216 mg100 g |
| 18 | Leinsamen (geschrotet)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 206 mg | 21 mg1 Esslöffel, geschrotet |
| 19 | Edamame (TK, geschält)Tiefkühl | 197 mg | 197 mg1 Schälchen (geschält) |
| 20 | Tofu naturKühlregal | 185 mg | 185 mg½ Packung |
Werte je 100 g essbarem Anteil und je üblicher Portion. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut, CC BY 4.0). Gewürze und Öle sind nicht berücksichtigt, weil man davon nur wenig isst.
Wofür der Körper Calcium braucht
Calcium ist der Mineralstoff, von dem der Körper am meisten enthält. Fast alles davon steckt in Knochen und Zähnen und gibt ihnen ihre Festigkeit. Ein kleiner Rest im Blut und in den Zellen erfüllt lebenswichtige Aufgaben.
Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt. Es trägt außerdem zu einer normalen Muskelfunktion bei, zu einer normalen Blutgerinnung, zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen Signalübertragung zwischen Nervenzellen und zur normalen Funktion von Verdauungsenzymen.
Die Knochen sind dabei nicht nur Gerüst, sondern auch Speicher. Bekommt der Körper zu wenig Calcium, holt er es sich aus den Knochen, um den Spiegel im Blut stabil zu halten. Das merkst du lange nicht – auf Dauer kann die Knochendichte aber sinken.
Wie viel Calcium du brauchst
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen 1.000 mg Calcium am Tag. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren brauchen mehr, nämlich 1.200 mg, weil in dieser Zeit die Knochen besonders viel Calcium einlagern. Die höchste Knochendichte erreicht der Mensch etwa zwischen 20 und 30 Jahren. Was bis dahin aufgebaut ist, ist ein guter Vorrat fürs Alter.
Damit Calcium in die Knochen gelangt, braucht der Körper genug Vitamin D. Und er braucht Belastung: Knochen bleiben stabil, wenn sie gefordert werden – durch Gehen, Treppensteigen, Krafttraining.
Lebensmittel mit viel Calcium
Die Tabelle oben zeigt die calciumreichsten Lebensmittel. Die wichtigsten Quellen im Alltag:
- Milch und Milchprodukte: Milch, Joghurt, Quark, Skyr und vor allem Käse. Hartkäse wie Parmesan oder Emmentaler liegt ganz vorne. Fettarme Milchprodukte liefern genauso viel Calcium wie die vollfetten – fürs Abnehmen eine gute Nachricht.
- Mineralwasser: Steht „calciumhaltig“ auf dem Etikett, enthält es mehr als 150 mg Calcium pro Liter. Der Körper nimmt Calcium aus Wasser ähnlich gut auf wie aus Milch. Ein Blick auf die Analyse auf dem Etikett lohnt sich, die Unterschiede zwischen Sorten sind groß.
- Grünes Gemüse: Grünkohl, Brokkoli, Pak Choi, Rucola und Fenchel. Spinat und Mangold enthalten zwar viel Calcium, aber auch Oxalsäure, die es bindet. Aus ihnen nimmt der Körper nur wenig auf.
- Nüsse und Samen: Mandeln, Haselnüsse, Sesam und Mohn – in kleinen Mengen, weil sie energiereich sind.
- Tofu: Wenn er mit Calciumsulfat hergestellt wurde, ist er eine gute Calciumquelle. Das steht in der Zutatenliste.
- Angereicherte Pflanzendrinks: Viele Haferdrinks oder Sojadrinks sind mit Calcium angereichert, Bio-Produkte oft nicht. Auch hier hilft die Zutatenliste.
Ideen: Quark mit Beeren und Nüssen, Grünkohl-Pfanne, Brokkolisuppe, Tofu-Rührei oder Skyr-Bowl mit Beeren.
Calciummangel erkennen
Ein Calciummangel ist tückisch, weil der Blutwert normal bleibt. Der Körper gleicht die Lücke aus den Knochen aus. Ein Bluttest auf Calcium zeigt deshalb nicht, ob du genug isst. Ein niedriger Calciumspiegel im Blut hat meist andere Ursachen, etwa Störungen der Nebenschilddrüse, der Nieren oder einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel. Mögliche Zeichen sind dann Kribbeln, Muskelkrämpfe oder Muskelzucken – ein Fall für die Ärztin oder den Arzt.
Langfristig kann zu wenig Calcium das Risiko für Osteoporose erhöhen, also Knochenschwund mit erhöhtem Bruchrisiko. Ein erhöhtes Risiko für eine zu geringe Zufuhr haben:
- Menschen, die kaum Milchprodukte essen, etwa bei veganer Ernährung ohne angereicherte Produkte
- Menschen mit Laktoseintoleranz, die Milchprodukte ganz meiden – dabei vertragen viele Hartkäse und laktosefreie Produkte gut
- Frauen nach den Wechseljahren, weil die Knochendichte dann schneller abnimmt
- ältere Menschen
Ob deine Knochen gesund sind, kann eine ärztliche Knochendichtemessung zeigen. Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, wenn du zu einer Risikogruppe gehörst. Mehr dazu, wie sich die Ernährung nach der Menopause anpassen lässt, im Ratgeber Abnehmen in den Wechseljahren.
Nahrungsergänzung: wann sinnvoll
Ein Calciumpräparat kommt vor allem infrage, wenn sich der Bedarf über das Essen nicht decken lässt oder wenn es ärztlich empfohlen wird, etwa bei Osteoporose. Ob und wie viel, ist eine Frage für Ärztin, Arzt oder Apotheke. Für die meisten lohnt zuerst ein Blick auf den Speiseplan: Oft reichen ein, zwei Portionen Milchprodukte und ein calciumreiches Mineralwasser.
Auf die Dosis achten: Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 500 mg Calcium pro Tagesdosis vor. Ab 250 mg soll auf der Packung ein Hinweis stehen, kein weiteres calciumhaltiges Präparat zu nehmen. Die EFSA setzt die tolerierbare Höchstmenge für Erwachsene bei 2.500 mg am Tag an – aus allen Quellen zusammen. Kleinere Mengen über den Tag verteilt nimmt der Körper außerdem besser auf als eine große.
Risiken: Mehr Calcium als nötig stärkt die Knochen nicht zusätzlich. Präparate können Verstopfung verursachen und das Risiko für Nierensteine erhöhen. Bei hoch dosiertem Vitamin D zusammen mit Calcium kann der Calciumspiegel im Blut zu stark steigen.
Abstand zu Medikamenten: Calcium kann die Aufnahme von Eisen, Zink, Schilddrüsenhormonen, Osteoporose-Mitteln (Bisphosphonate) und bestimmten Antibiotika verringern. Meist wird ein Abstand von einigen Stunden empfohlen – wie viel genau, weiß die Apotheke.
Häufige Fragen
Brauche ich Milch für gesunde Knochen?
Nein, aber sie macht es einfacher. Wer keine Milchprodukte isst, kann seinen Bedarf mit calciumreichem Mineralwasser, Grünkohl, Brokkoli, Calcium-Tofu, Nüssen und angereicherten Pflanzendrinks decken. Das braucht etwas mehr Planung.
Ist Calcium aus Mineralwasser wirklich nutzbar?
Ja. Der Körper nimmt Calcium aus Wasser ähnlich gut auf wie aus Milch. Ein calciumreiches Wasser ist deshalb eine einfache und kalorienfreie Ergänzung.
Hilft Calcium beim Abnehmen?
Für eine abnehmende Wirkung gibt es keine guten Belege. Milchprodukte wie Magerquark, Skyr und Naturjoghurt sind aber gute Eiweißquellen, die satt machen – Ideen dazu im Ratgeber eiweißreiche Lebensmittel.
Was hilft den Knochen außer Calcium?
Vitamin D, Bewegung und Krafttraining. Knochen reagieren auf Belastung – regelmäßige Bewegung und Krafttraining tragen dazu bei, die Knochendichte zu erhalten. Wie du anfangen kannst, steht im Ratgeber Krafttraining beim Abnehmen.
Quellen
- Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), 3. Auflage, 2025.
- Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of calcium. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies, EFSA Journal, 2012.
- Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2021.
- Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Europäische Kommission, Amtsblatt der Europäischen Union, 2012.
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.
Stand: 23.10.2026
Rezepte mit viel Calcium
Alle Rezepte
Zucchini-Lasagne – low carb mit Spinat-Ricotta-Füllung

Grillgemüse mit Kräuterdip – mit Halloumi für den Grill oder die Pfanne

Zucchini-Nudeln mit Tomatensauce und Mozzarella – in 25 Minuten

Grünkohl-Pfanne mit Kartoffeln und Spiegelei – deftig ohne Wurst

Tomate-Mozzarella-Salat light – Caprese mit Rucola und Vollkornbrot
