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Vitamin K: wofür du es brauchst und worauf du bei Blutverdünnern achtest

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Kurz gesagt: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Am meisten steckt in grünem Blattgemüse und Kohl wie Grünkohl, Mangold, Spinat und Brokkoli. Gesunde Menschen sind über das Essen meist gut versorgt – bei Gerinnungshemmern vom Typ Vitamin-K-Antagonist gilt aber eine gleichmäßige Vitamin-K-Zufuhr als wichtig, und Änderungen bespricht man ärztlich.

So viel brauchst du am Tag

Frauen 19–50 J. (Schätzwert)60 µg/Tag
Männer 19–50 J. (Schätzwert)70 µg/Tag

Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Menschen. Bei Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit gelten oft andere Werte.

Lebensmittel mit viel Vitamin K

#Lebensmittelje 100 gje Portion
1GrünkohlObst & Gemüse1.139 µg1.139 µg100 g
2MangoldObst & Gemüse830 µg830 µg100 g
3PetersilieObst & Gemüse576 µg173 µg1 Bund
4GartenkresseObst & Gemüse542 µg108 µg1 Kästchen Kresse
5Blattspinat (TK)Tiefkühl480 µg720 µg1 Portion (TK)
6BabyspinatObst & Gemüse456 µg456 µg100 g
7BasilikumObst & Gemüse415 µg125 µg1 Topf
8SchnittlauchObst & Gemüse375 µg94 µg1 Bund
9Nori-BlätterGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse195 µg195 µg100 g
10BrokkoliObst & Gemüse187 µg374 µg1 Portion als Beilage
11RosenkohlObst & Gemüse186 µg372 µg1 Portion als Beilage
12KichererbsenmehlGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse170 µg170 µg100 g
13BasilikumpestoKonserven & Gläser150 µg150 µg100 g
14RucolaObst & Gemüse129 µg129 µg100 g
15Braune Linsen / BerglinsenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse123 µg123 µg100 g
16FeldsalatObst & Gemüse116 µg116 µg100 g
17Grüner SpargelObst & Gemüse104 µg104 µg100 g
18Weißer SpargelObst & Gemüse104 µg416 µg1 Portion als Hauptgericht (geschält)
19RomanasalatObst & Gemüse103 µg309 µg1 Romanasalat
20WeißkohlObst & Gemüse90 µg90 µg100 g

Werte je 100 g essbarem Anteil und je üblicher Portion. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut, CC BY 4.0). Gewürze und Öle sind nicht berücksichtigt, weil man davon nur wenig isst.

Wofür der Körper Vitamin K braucht

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin. Sein Name kommt vom Wort „Koagulation“, also Gerinnung – und genau dort liegt seine bekannteste Aufgabe. Die Leber braucht Vitamin K, um mehrere Gerinnungsfaktoren herzustellen. Ohne sie würde eine kleine Wunde viel länger bluten.

In der EU sind für Vitamin K zwei Aussagen zugelassen. Vitamin K

  • trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei,
  • trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.

Beim Knochen ist Vitamin K an der Aktivierung eines Eiweißes beteiligt, das Calcium im Knochen bindet. Für starke Knochen zählen allerdings viele Dinge zusammen: Calcium, Vitamin D, Eiweiß und Bewegung. Vitamin K allein macht da keinen großen Unterschied.

K1 und K2

Es gibt zwei natürliche Formen. Vitamin K1 (Phyllochinon) bilden Pflanzen. Es steckt vor allem in grünem Gemüse, weil es mit dem Blattgrün zusammenhängt. Vitamin K2 (Menachinone) stellen Bakterien her. Es kommt in kleineren Mengen in tierischen Lebensmitteln wie Käse und Eigelb vor und in manchen fermentierten Lebensmitteln. Auch die Darmbakterien bilden etwas K2; wie viel davon der Körper nutzen kann, ist noch nicht genau geklärt.

Wie viel du brauchst

Für Vitamin K gibt die DGE Schätzwerte an – das heißt, die Datenlage reicht für einen genauen Bedarf nicht aus, die Werte beruhen auf der Zufuhr gesunder, gut versorgter Menschen. Du findest sie oben in der Tabelle. Ab etwa 51 Jahren liegen die Schätzwerte etwas höher.

Diese Mengen sind mit normalem Essen leicht zu erreichen. Eine Portion Grünkohl, Spinat oder Brokkoli liefert oft schon ein Vielfaches davon.

Lebensmittel mit viel Vitamin K

Die Tabelle oben zeigt die Spitzenreiter aus dem Bundeslebensmittelschlüssel – eine fast durchgehend grüne Liste: Grünkohl, Mangold, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Rucola, Feldsalat, Romanasalat, Weiß- und Spitzkohl, Spargel. Dazu kommen Kräuter wie Petersilie, Basilikum und Schnittlauch, von denen man allerdings meist nur kleine Mengen isst. Auch Pflanzenöle wie Rapsöl und Olivenöl enthalten Vitamin K; sie stehen nicht in der Tabelle, weil man davon nur wenig verwendet.

Weil Vitamin K fettlöslich ist, wird es mit etwas Fett besser aufgenommen. Ein Löffel Öl im Spinat, ein Dressing auf dem Salat oder ein Ei zum Gemüse reichen. Rezeptideen sind die Grünkohl-Pfanne, das Linsencurry mit Spinat und Lachs mit Brokkoli aus dem Ofen. Weitere Rezepte mit viel Vitamin K stehen weiter unten.

Vitamin K und Blutverdünner

Das ist der wichtigste Abschnitt dieser Seite, wenn du gerinnungshemmende Medikamente nimmst.

Vitamin-K-Antagonisten – in Deutschland vor allem der Wirkstoff Phenprocoumon, bekannt unter dem Handelsnamen Marcumar, international auch Warfarin – wirken, indem sie die Verwertung von Vitamin K bremsen. Wie stark sie wirken, hängt deshalb auch davon ab, wie viel Vitamin K du isst. Die Dosis wird über regelmäßige Blutwerte (INR) eingestellt.

Daraus folgt nicht, dass du grünes Gemüse meiden musst. Wichtig ist vor allem Gleichmäßigkeit:

  • Als günstig gilt, grünes Gemüse ungefähr so regelmäßig zu essen wie gewohnt – statt mal wochenlang gar keins und dann plötzlich jeden Tag einen großen Topf Grünkohl.
  • Wenn du deine Ernährung deutlich umstellen möchtest – zum Beispiel beim Abnehmen deutlich mehr Gemüse essen, eine Diät oder Fastenkur beginnen –, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Dann kann die Gerinnung enger kontrolliert werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin K – auch Kombi-Präparate mit Vitamin D – gehören bei diesen Medikamenten in die ärztliche Absprache.

Bei den neueren direkten oralen Antikoagulanzien wirkt der Mechanismus nicht über Vitamin K. Welche Regeln für dein Medikament gelten, erfährst du in der ärztlichen Praxis oder in der Apotheke. Ein Gerinnungsmedikament eigenständig abzusetzen oder die Dosis zu ändern, ist gefährlich – das ist immer eine ärztliche Entscheidung.

Mangel erkennen

Ein Vitamin-K-Mangel ist bei gesunden Erwachsenen selten. Er kann auftreten, wenn der Körper Fett schlecht aufnimmt, etwa bei bestimmten Erkrankungen von Darm, Leber oder Gallenwegen, nach längerer Einnahme bestimmter Antibiotika oder bei sehr einseitiger Ernährung. Typisch sind dann eine Neigung zu blauen Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten.

Eine Ausnahme sind Neugeborene: Sie kommen mit wenig Vitamin K zur Welt. Deshalb bekommen Babys in Deutschland in den ersten Lebenswochen standardmäßig Vitamin-K-Tropfen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen.

Wenn du ungewöhnlich leicht blaue Flecken bekommst oder Blutungen schlecht stoppen, ist das immer ein Fall für die ärztliche Abklärung – die Ursache kann vieles sein.

Nahrungsergänzung: wann sinnvoll

Für gesunde Erwachsene mit gemischter Kost ist ein Vitamin-K-Präparat in der Regel nicht nötig. Vitamin K2 wird häufig in Kombination mit Vitamin D für die Knochen beworben. Dass gesunde Menschen davon profitieren, ist nicht überzeugend belegt.

Bei Erkrankungen, die die Fettaufnahme stören, kann eine Ergänzung sinnvoll sein – das entscheidet dann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Und noch einmal: Bei Vitamin-K-Antagonisten sind Vitamin-K-Präparate eine Frage für Ärztin oder Arzt.

Häufige Fragen

Darf ich mit Marcumar Spinat und Brokkoli essen?

In aller Regel ja. Entscheidend ist eine gleichmäßige Menge, damit die Medikamentendosis zu deinem Essen passt. Sprich große Umstellungen vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Bekomme ich beim Abnehmen genug Vitamin K?

Wenn du beim Abnehmen mehr Gemüse isst, eher mehr als vorher. Grünes Gemüse ist energiearm und macht satt – ein guter Grund, es öfter einzuplanen.

Ist Vitamin K giftig, wenn ich viel Grünkohl esse?

Für Vitamin K aus Lebensmitteln sind bei gesunden Menschen keine schädlichen Wirkungen bekannt. Die Ausnahme ist die Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten. Mehr Vitamine im Überblick findest du auf der Seite Vitamine und Mineralstoffe.

Quellen

  1. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin K. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).
  2. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Europäische Kommission, Amtsblatt der Europäischen Union, 2012.
  3. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.

Stand: 23.10.2026

Rezepte mit viel Vitamin K

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