Nährstoffe

Cholesterin: was das Essen beitragen kann und was nicht

KI-Bild
Kurz gesagt: Den größten Teil des Cholesterins im Blut stellt der Körper selbst her; das Cholesterin aus Eiern oder Garnelen wirkt sich bei den meisten Menschen weniger aus als gedacht. Mehr Einfluss auf das LDL-Cholesterin haben gesättigte Fettsäuren, lösliche Ballaststoffe wie Beta-Glucan aus Hafer und das Körpergewicht. Ernährung ist eine wichtige Stellschraube, ersetzt aber keine Behandlung – ob du Medikamente brauchst, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Lebensmittel mit viel Cholesterin

#Lebensmittelje 100 gje Portion
1EigelbKühlregal1.255 mg1.255 mg100 g
2Spiegelei (gebraten)Kühlregal364 mg182 mg1 Spiegelei (Ei Größe M)
3EiKühlregal350 mg193 mg1 Ei (Größe M)
4Rührei (gebraten)Kühlregal347 mg347 mg100 g
5RinderleberFleisch & Fisch257 mg257 mg100 g
6LöffelbiskuitBrot & Backwaren240 mg240 mg100 g
7Sardinen in Öl (abgetropft)Konserven & Gläser140 mg140 mg100 g
8Garnelen (roh, geschält)Tiefkühl135 mg168 mg1 Portion
9Hähnchenflügel (Chicken Wings)Fleisch & Fisch110 mg66 mg1 Hähnchenflügel
10Hähnchenoberschenkel (mit Haut)Fleisch & Fisch98 mg98 mg100 g
11Berliner (Krapfen)Brot & Backwaren87 mg61 mg1 Berliner
12Schlagsahne (30 %)Kühlregal84 mg84 mg100 g
13MakrelenfiletFleisch & Fisch82 mg82 mg100 g
14ThunfischsteakFleisch & Fisch82 mg82 mg100 g
15RaclettekäseKühlregal82 mg82 mg100 g
16HalloumiKühlregal75 mg75 mg100 g
17Putenkeule (ohne Haut)Fleisch & Fisch72 mg72 mg100 g
18BergkäseKühlregal70 mg70 mg100 g
19FetaKühlregal69 mg35 mg1 Portion für den Salat
20ParmesanKühlregal69 mg69 mg100 g

Werte je 100 g essbarem Anteil und je üblicher Portion. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut, CC BY 4.0). Gewürze und Öle sind nicht berücksichtigt, weil man davon nur wenig isst.

Wofür der Körper Cholesterin braucht

Cholesterin hat einen schlechten Ruf, ist aber lebenswichtig. Der Körper baut es in jede Zellwand ein, stellt daraus Hormone wie Östrogen, Testosteron und Cortisol her, außerdem Gallensäuren für die Fettverdauung und – mit Hilfe von Sonnenlicht – Vitamin D.

Weil Cholesterin so wichtig ist, verlässt sich der Körper nicht aufs Essen. Die Leber und andere Gewebe stellen den größten Teil selbst her. Cholesterin aus der Nahrung ist deshalb kein Nährstoff, den du brauchst. Es gibt dafür auch keinen Bedarf und keine Tabelle „So viel brauchst du am Tag“.

Cholesterin im Essen und Cholesterin im Blut

Das sind zwei verschiedene Dinge, und genau hier entstehen die meisten Missverständnisse.

Im Blut wird Cholesterin in kleinen Transportteilchen befördert. Die wichtigsten sind LDL und HDL. LDL bringt Cholesterin aus der Leber in die Gewebe; ist davon dauerhaft viel im Blut, kann es sich in den Gefäßwänden ablagern. Ein erhöhtes LDL-Cholesterin gilt deshalb als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. HDL transportiert Cholesterin zurück zur Leber. Welche Blutwerte für dich gut sind, hängt von deinem gesamten Risiko ab – Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, Familiengeschichte – und gehört in die ärztliche Beurteilung.

Im Essen steckt Cholesterin nur in tierischen Lebensmitteln: Eigelb, Innereien, Garnelen, Butter, Käse, Fleisch. Isst du mehr davon, stellt der Körper bei den meisten Menschen selbst etwas weniger her. Der Effekt auf das LDL im Blut ist deshalb bei vielen geringer als lange angenommen – es gibt aber Menschen, die stärker darauf reagieren.

Die Tabelle oben zeigt, welche Lebensmittel laut Bundeslebensmittelschlüssel am meisten Cholesterin enthalten: Eier ganz vorn, dann Leber, Sardinen, Garnelen, Geflügelschenkel, Fisch und Käse. Sie ist als Orientierung gedacht, nicht als Verbotsliste. Viele dieser Lebensmittel sind gute Eiweißquellen.

Cholesterin senken mit Ernährung: was wirklich zählt

Wenn deine Ärztin oder dein Arzt ein erhöhtes LDL festgestellt hat, empfehlen Fachgesellschaften wie die European Society of Cardiology (ESC) neben einer möglichen Behandlung auch eine Änderung des Lebensstils. Diese Punkte haben die beste Grundlage:

1. Gesättigte Fette durch ungesättigte ersetzen

Gesättigte Fettsäuren aus Butter, Sahne, fettem Käse, Wurst, Kokos- und Palmfett beeinflussen das LDL bei den meisten Menschen stärker als das Cholesterin im Essen. Die EU hat dazu zwei Aussagen zugelassen: Eine Verringerung der Aufnahme gesättigter Fettsäuren trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei – ebenso der Ersatz gesättigter Fette durch einfach oder mehrfach ungesättigte Fette.

Im Alltag heißt das: Rapsöl und Olivenöl als Standardfett, Nüsse statt Gebäck, Fisch und Hülsenfrüchte öfter statt Wurst. Details stehen auf der Seite Gesättigte Fettsäuren.

2. Lösliche Ballaststoffe einbauen

Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff aus Hafer und Gerste, bindet im Darm Gallensäuren, die der Körper dann aus Cholesterin neu bilden muss. Für Beta-Glucan ist in der EU die Aussage zugelassen, dass es zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut beiträgt – bei einer täglichen Aufnahme von 3 Gramm Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste. Das ist mehr, als in einer kleinen Schüssel Haferflocken steckt; Haferflocken, Haferkleie und Gerste regelmäßig einzuplanen, ist trotzdem ein guter Schritt.

Auch Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst liefern lösliche Ballaststoffe. Ideen: Overnight Oats mit Apfel und Zimt, Protein-Porridge, Linseneintopf, Chili sin Carne. Mehr dazu im Ratgeber Ballaststoffreiche Lebensmittel.

3. Übergewicht langsam reduzieren

Wer Übergewicht hat, verbessert durch Abnehmen oft auch seine Blutfettwerte. Es muss kein großer Sprung sein. Ein moderates Kaloriendefizit über längere Zeit ist realistischer als jede Crash-Diät.

4. Das Drumherum

Regelmäßige Bewegung, nicht rauchen und wenig Alkohol gehören ebenfalls zu den Empfehlungen. Ein Detail, das viele nicht kennen: Ungefilterter Kaffee – etwa aus der French Press oder aufgekocht – enthält Stoffe, die das LDL erhöhen können. Filterkaffee enthält davon kaum etwas.

Und Pflanzensterine?

Margarinen, Joghurtdrinks und andere Produkte mit zugesetzten Pflanzensterinen werben mit der Wirkung auf das Cholesterin. Laut vorgeschriebener Kennzeichnung sind sie ausschließlich für Menschen gedacht, die ihren Cholesterinspiegel senken möchten; für Schwangere, Stillende und Kinder unter fünf Jahren sind sie möglicherweise nicht geeignet. Ob sie für dich sinnvoll sind, besprichst du am besten in der ärztlichen Praxis. Sie ersetzen keine verordneten Medikamente.

Wann Ernährung nicht reicht

Wie hoch dein Cholesterin ist, hängt auch stark von deinen Genen ab. Bei der familiären Hypercholesterinämie, einer erblichen Störung, ist das LDL schon in jungen Jahren deutlich erhöht – unabhängig davon, wie gesund jemand isst. Auch bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes oder anderen Risikofaktoren reicht eine Ernährungsumstellung allein oft nicht.

Dann verordnen Ärztinnen und Ärzte häufig Medikamente, meist Statine. Ob und welche Behandlung für dich passt, ist eine ärztliche Entscheidung, die dein gesamtes Risiko einbezieht. Verordnete Medikamente eigenständig abzusetzen, ist riskant – auch nach einer Ernährungsumstellung. Was sich ändert, gehört in die ärztliche Praxis. Ernährung und Medikamente schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Und: Erhöhtes Cholesterin macht meist keine Beschwerden. Du erfährst davon in der Regel erst über einen Bluttest. Die Gesundheitsuntersuchung beim Hausarzt (Check-up) ist dafür eine gute Gelegenheit.

Häufige Fragen

Wie viele Eier darf ich essen?

Eine feste Grenze, die für alle gilt, gibt es nicht. Für das LDL im Blut sind Eier bei den meisten gesunden Menschen weniger entscheidend als gesättigte Fette; in einer ausgewogenen Ernährung haben sie in moderaten Mengen Platz. Bei erhöhtem LDL, Diabetes oder familiärer Hypercholesterinämie sprich die Menge mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Entscheidender als das Ei ist oft, was dazu auf dem Teller liegt – Speck und Butter oder Gemüse und Vollkornbrot.

Gibt es Lebensmittel, die das Cholesterin schnell senken?

Nein. Einzelne Lebensmittel, Pulver oder Kuren wirken nicht über Nacht. Was sich messbar auswirkt, sind dauerhafte Gewohnheiten: weniger gesättigte Fette, mehr Ballaststoffe, ungesättigte Fette, ein gesundes Gewicht. Ob das ausreicht, zeigt der nächste Bluttest.

Haben pflanzliche Lebensmittel Cholesterin?

Nein, Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. „Cholesterinfrei“ auf einer Ölflasche ist deshalb kein besonderes Merkmal. Pflanzliche Lebensmittel können aber viel gesättigtes Fett enthalten, etwa Kokos- und Palmfett. Weitere Nährstoffe findest du auf der Seite Vitamine und Mineralstoffe.

Quellen

  1. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk (Mach et al.). European Heart Journal, 2020.
  2. Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease (Hooper et al.). Cochrane Database of Systematic Reviews, 2020.
  3. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Europäische Kommission, Amtsblatt der Europäischen Union, 2012.
  4. Evidenzbasierte Leitlinie: Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2015.
  5. Gut essen und trinken – die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2024.
  6. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.

Stand: 23.10.2026

Rezepte mit viel Cholesterin

Alle Rezepte