Kalium: Bedarf, Kaliummangel und kaliumreiche Lebensmittel

So viel brauchst du am Tag
| Erwachsene | 4.000 mg/Tag |
|---|
Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Menschen. Bei Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit gelten oft andere Werte.
Lebensmittel mit viel Kalium
| # | Lebensmittel | je 100 g | je Portion |
|---|---|---|---|
| 1 | BackkakaoGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 2.876 mg | 2.876 mg100 g |
| 2 | Nori-BlätterGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 2.235 mg | 2.235 mg100 g |
| 3 | Getrocknete Tomaten (in Öl, abgetropft)Konserven & Gläser | 1.465 mg | 1.465 mg100 g |
| 4 | Getrocknete AprikosenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 1.136 mg | 1.136 mg100 g |
| 5 | TomatenmarkKonserven & Gläser | 1.114 mg | 1.114 mg100 g |
| 6 | KichererbsenmehlGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 1.040 mg | 1.040 mg100 g |
| 7 | KokosraspelGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 912 mg | 912 mg100 g |
| 8 | Getrocknete FeigenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 857 mg | 857 mg100 g |
| 9 | Braune Linsen / BerglinsenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 837 mg | 837 mg100 g |
| 10 | SonnenblumenkerneGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 784 mg | 784 mg100 g |
| 11 | RosinenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 773 mg | 773 mg100 g |
| 12 | HaselnüsseGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 745 mg | 745 mg100 g |
| 13 | Leinsamen (geschrotet)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 731 mg | 73 mg1 Esslöffel, geschrotet |
| 14 | ChiasamenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 717 mg | 72 mg1 Esslöffel |
| 15 | Datteln (getrocknet)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 704 mg | 169 mg3 Datteln |
| 16 | Zartbitterschokolade (70 %)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 701 mg | 105 mg1 kleine Portion (3 Stückchen) |
| 17 | CashewkerneGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 689 mg | 689 mg100 g |
| 18 | ErdnussmusKonserven & Gläser | 687 mg | 103 mg1 Esslöffel |
| 19 | Erdnüsse (geröstet)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 687 mg | 687 mg100 g |
| 20 | MandelnGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 676 mg | 169 mg1 kleine Handvoll |
Werte je 100 g essbarem Anteil und je üblicher Portion. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut, CC BY 4.0). Gewürze und Öle sind nicht berücksichtigt, weil man davon nur wenig isst.
Wofür der Körper Kalium braucht
Kalium ist ein Mineralstoff und einer der wichtigsten Elektrolyte im Körper – also der gelösten Salze, die elektrische Signale möglich machen. Fast das gesamte Kalium sitzt in den Zellen. Zusammen mit Natrium, das vor allem außerhalb der Zellen liegt, sorgt es dafür, dass Nerven Reize weiterleiten, Muskeln sich zusammenziehen und das Herz im Takt schlägt.
Kalium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei, zu einer normalen Muskelfunktion und zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks.
Weil der Körper den Kaliumspiegel im Blut in einem engen Bereich halten muss, regeln die Nieren das sehr genau: Was zu viel ist, scheiden sie aus. Gerade deshalb sind Nierenerkrankungen und bestimmte Medikamente beim Thema Kalium so wichtig.
Wie viel Kalium du brauchst
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 4.000 mg Kalium am Tag.
Viele Menschen erreichen diesen Wert nicht ganz – meist, weil sie wenig Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte essen. Ein gefährlicher Mangel entsteht daraus bei gesunden Menschen aber normalerweise nicht, weil die Nieren Kalium sparen können. Das Ziel ist trotzdem sinnvoll: Eine Ernährung mit viel Gemüse und wenig Salz ist genau die, die die DGE ohnehin empfiehlt.
Lebensmittel mit viel Kalium
Die Tabelle oben zeigt, welche Lebensmittel am meisten Kalium liefern. Gute Quellen sind:
- Gemüse: Spinat, Mangold, Grünkohl, Brokkoli, Fenchel, Kohlrabi, Tomaten, Pilze
- Kartoffeln – eine der wichtigsten Kaliumquellen im Alltag
- Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Kichererbsen
- Obst: Bananen, Aprikosen, Avocado, Johannisbeeren, Melone
- Trockenobst, Nüsse und Samen – kaliumreich, aber auch energiereich, also in kleinen Mengen
- Vollkornprodukte und Haferflocken
Für eine Ernährung zum Abnehmen ist das eine gute Nachricht: Die kaliumreichsten Lebensmittel sind meist auch die mit viel Volumen und wenig Energie. Eine große Portion Gemüse pro Mahlzeit bringt dich ein gutes Stück näher an deinen Bedarf. Ideen: Kartoffelsuppe, Gemüsesuppe, Linseneintopf, Ofengemüse mit Kichererbsen und Feta oder Spargel mit Kartoffeln und Kräuterquark.
Küchentipp: Kalium ist wasserlöslich und geht beim Kochen ins Wasser über. Dämpfen, Garen mit wenig Wasser oder Suppen und Eintöpfe, in denen du die Flüssigkeit mitisst, erhalten mehr davon. Pellkartoffeln behalten mehr Kalium als geschälte und gewürfelte Salzkartoffeln.
Wer die Ernährung mit viel Gemüse, Obst und wenig Salz konsequent umsetzen möchte, findet einen Rahmen in der DASH-Diät.
Kaliummangel erkennen
Ein Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie) entsteht fast nie, weil jemand zu wenig Gemüse isst. Typische Ursachen sind Verluste:
- starker oder länger anhaltender Durchfall und Erbrechen
- Entwässerungstabletten (bestimmte Diuretika), etwa gegen Bluthochdruck oder Herzschwäche
- häufige Einnahme von Abführmitteln
- einige hormonelle Erkrankungen, etwa der Nebenniere
- große Mengen Lakritz über längere Zeit – der Inhaltsstoff Glycyrrhizin lässt den Körper Kalium verlieren
Mögliche Anzeichen sind Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Verstopfung und Herzstolpern oder Herzrhythmusstörungen. Ein ausgeprägter Kaliummangel kann gefährlich werden und braucht schnell ärztliche Hilfe. Ob dir Kalium fehlt, zeigt ein Bluttest.
Wenn Erbrechen oder Abführmittel mit dem Wunsch zusammenhängen, Gewicht zu verlieren, ist das ein ernstes Warnzeichen für eine Essstörung. Hilfe findest du bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt und bei Beratungsstellen für Essstörungen, auch anonym und kostenlos. Du musst damit nicht allein bleiben.
Nahrungsergänzung: meist nicht sinnvoll
Für gesunde Menschen ist ein Kaliumpräparat in der Regel unnötig. Mehr Gemüse, Obst, Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind der bessere Weg. Ein echter Mangel wird ärztlich behandelt, oft mit Arzneimitteln und Kontrolle der Blutwerte – nicht mit frei verkäuflichen Tabletten auf Verdacht. Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 500 mg Kalium pro Tagesdosis vor.
Zu viel Kalium ist gefährlich. Ein zu hoher Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Ein Risiko haben vor allem:
- Menschen mit Nierenerkrankungen, weil die Nieren Kalium nicht mehr gut ausscheiden
- Menschen, die Medikamente nehmen, die Kalium im Körper halten – etwa bestimmte Blutdruckmittel (ACE-Hemmer, Sartane), kaliumsparende Entwässerungstabletten wie Spironolacton und manche Schmerzmittel bei Dauereinnahme
- Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes
Für sie gehören Kaliumpräparate, kaliumreiche Salzersatzprodukte („Diätsalz“ mit Kaliumchlorid) und größere Ernährungsumstellungen vorher in die ärztliche Absprache. Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung kann sogar eine kaliumarme Ernährung nötig sein.
Häufige Fragen
Sind Bananen die beste Kaliumquelle?
Bananen sind praktisch und beliebt, aber keine Ausnahmeerscheinung. Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte liefern ähnlich viel oder mehr – und meist mit weniger Energie.
Hilft Kalium gegen Wassereinlagerungen?
Kalium wird oft als „entwässernd“ beworben. Eine zugelassene Aussage dazu gibt es nicht. Wassereinlagerungen haben viele mögliche Ursachen, von Hitze bis zu Herz- oder Nierenproblemen. Mehr dazu im Ratgeber Wassereinlagerungen.
Brauche ich nach dem Sport Kalium?
Über den Schweiß verlierst du etwas Kalium, bei normalem Freizeitsport aber wenig. Eine Mahlzeit mit Gemüse, Kartoffeln oder Obst gleicht das aus. Spezielle Elektrolytgetränke brauchst du meist nicht.
Ist mehr Kalium bei Bluthochdruck sinnvoll?
Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei, und mehr Gemüse bei weniger Salz ist für die meisten Menschen eine gute Richtung. Wenn du aber Blutdruckmittel nimmst, beeinflussen viele davon den Kaliumhaushalt. Dann besprich Ernährungsumstellungen und vor allem Präparate oder Diätsalz vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Verliere ich beim Abnehmen Kalium?
Bei einer ausgewogenen Ernährung mit moderatem Defizit nicht. Sehr strenge Diäten, Fasten oder Entwässerungstees können den Elektrolythaushalt aber durcheinanderbringen. Wenn du Medikamente nimmst, die Kalium beeinflussen, sprich vor einer Diät mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Quellen
- Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Kalium. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), 3. Auflage, 2025.
- Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2021.
- Gut essen und trinken – die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2024.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Europäische Kommission, Amtsblatt der Europäischen Union, 2012.
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.
Stand: 23.10.2026
Rezepte mit viel Kalium
Alle Rezepte
Pfifferlinge mit Kartoffeln – und Kräuterquark statt Rahmsoße

Grünkohl-Pfanne mit Kartoffeln und Spiegelei – deftig ohne Wurst

Kabeljau mit Gemüse aus dem Ofen – mit Zitrone und Kartoffeln

Lachs mit Brokkoli und Kartoffeln aus dem Ofen – alles auf einem Blech

Hähnchen-Brokkoli-Pfanne mit Zitronen-Frischkäse-Sauce – low carb
