Vitamin E: wofür du es brauchst und wo es drinsteckt

So viel brauchst du am Tag
| Erwachsene (Schätzwert) | 8 mg RRR-alpha-Tocopherol/Tag |
|---|---|
| Schwangere (Schätzwert) | 8 mg RRR-alpha-Tocopherol/Tag |
| Stillende (Schätzwert) | 13 mg RRR-alpha-Tocopherol/Tag |
Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Menschen. Bei Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit gelten oft andere Werte.
Lebensmittel mit viel Vitamin E
| # | Lebensmittel | je 100 g | je Portion |
|---|---|---|---|
| 1 | SonnenblumenkerneGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 37 mg | 37 mg100 g |
| 2 | MandelnGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 24 mg | 6,0 mg1 kleine Handvoll |
| 3 | HaselnüsseGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 22 mg | 22 mg100 g |
| 4 | PinienkerneGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 11 mg | 11 mg100 g |
| 5 | BasilikumpestoKonserven & Gläser | 11 mg | 11 mg100 g |
| 6 | TomatenmarkKonserven & Gläser | 11 mg | 11 mg100 g |
| 7 | ErdnussmusKonserven & Gläser | 8,0 mg | 1,2 mg1 Esslöffel |
| 8 | Erdnüsse (geröstet)Getreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 8,0 mg | 8,0 mg100 g |
| 9 | Getrocknete Tomaten (in Öl, abgetropft)Konserven & Gläser | 7,2 mg | 7,2 mg100 g |
| 10 | Sardinen in Öl (abgetropft)Konserven & Gläser | 6,9 mg | 6,9 mg100 g |
| 11 | AjvarKonserven & Gläser | 6,1 mg | 6,1 mg100 g |
| 12 | ParanüsseGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 5,7 mg | 0,46 mg2 Paranüsse |
| 13 | EigelbKühlregal | 5,2 mg | 5,2 mg100 g |
| 14 | Getrocknete AprikosenGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 4,4 mg | 4,4 mg100 g |
| 15 | Rote PaprikaObst & Gemüse | 3,9 mg | 6,2 mg1 rote Paprikaschote |
| 16 | Gelbe PaprikaObst & Gemüse | 3,9 mg | 6,2 mg1 gelbe Paprikaschote |
| 17 | Blattspinat (TK)Tiefkühl | 3,1 mg | 4,7 mg1 Portion (TK) |
| 18 | SanddornbeerenObst & Gemüse | 3,1 mg | 3,1 mg100 g |
| 19 | QuinoaGetreide, Hülsenfrüchte & Nüsse | 3,0 mg | 1,8 mg1 Portion (trocken) |
| 20 | RäucherlachsFleisch & Fisch | 3,0 mg | 3,0 mg100 g |
Werte je 100 g essbarem Anteil und je üblicher Portion. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut, CC BY 4.0). Gewürze und Öle sind nicht berücksichtigt, weil man davon nur wenig isst.
Wofür der Körper Vitamin E braucht
Vitamin E ist kein einzelner Stoff, sondern eine Gruppe ähnlicher Verbindungen, die Tocopherole und Tocotrienole. Die wichtigste Form im Körper ist das Alpha-Tocopherol. Wie Vitamin A, D und K ist Vitamin E fettlöslich – der Körper nimmt es mit Fett aus dem Essen auf und kann es im Fettgewebe speichern.
Seine Hauptaufgabe ist der Schutz. Zellwände bestehen zu einem guten Teil aus ungesättigten Fettsäuren, und die sind empfindlich gegenüber Sauerstoff. Vitamin E sitzt in diesen Membranen und fängt aggressive Sauerstoffverbindungen ab, bevor sie Schaden anrichten. Die in der EU zugelassene Aussage dazu lautet: Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Praktisch ist dabei: Vitamin E steckt meistens genau dort, wo auch die empfindlichen ungesättigten Fette stecken – in Ölen, Nüssen und Samen. Die Natur liefert den Schutz also gleich mit.
Wie viel du brauchst
Für Vitamin E gibt die DGE Schätzwerte an, weil sich der genaue Bedarf schwer bestimmen lässt. Seit ihrer Überarbeitung 2025 rechnet sie in RRR-Alpha-Tocopherol, der natürlichen Form des Vitamins, und nennt für Frauen und Männer denselben Wert. Die Werte stehen oben in der Tabelle; in der Stillzeit liegt der Schätzwert höher. Die früheren Werte lagen höher und waren in Tocopherol-Äquivalenten angegeben – mit den neuen Zahlen lassen sie sich nicht direkt vergleichen.
Wer regelmäßig Pflanzenöl zum Kochen verwendet und ab und zu Nüsse oder Samen isst, erreicht diese Mengen ohne Aufwand.
Lebensmittel mit viel Vitamin E
Die Tabelle oben zeigt die Spitzenreiter aus dem Bundeslebensmittelschlüssel. Sonnenblumenkerne, Mandeln, Haselnüsse und Pinienkerne liegen vorn, dazu Erdnüsse, Erdnussmus und Pesto. Unter den Gemüsen fallen rote und gelbe Paprika, Spinat und getrocknete Tomaten auf, unter den Fischen Sardinen und Räucherlachs.
Nicht in der Tabelle, weil man davon nur wenig isst, aber für die tägliche Versorgung sehr wichtig: Pflanzenöle. Weizenkeimöl ist besonders reich an Vitamin E, Sonnenblumenöl, Rapsöl und Olivenöl tragen im Alltag viel bei. Ein Esslöffel Rapsöl im Salat ist damit eine doppelt gute Idee: Er liefert Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.
Nüsse in der Abnehmküche
Nüsse und Samen sind energiereich. Das ist kein Grund, sie zu streichen – sie sättigen gut und bringen neben Vitamin E auch Eiweiß, Ballaststoffe und ungesättigte Fette mit. Es kommt auf die Menge an:
- Eine kleine Handvoll pro Tag ist ein guter Rahmen.
- Nüsse als Zutat verwenden, zum Beispiel über Joghurt, Salat oder Gemüse, statt direkt aus der Tüte.
- Ein Teelöffel Erdnussmus oder Tahin im Dressing bringt viel Geschmack mit wenig Menge.
Rezepte, die das gut umsetzen, sind Quark mit Beeren und Nüssen, die Buddha-Bowl mit Tahin-Dressing oder die Tofu-Gemüse-Pfanne mit Erdnusssauce. Mehr zu Fetten liest du im Ratgeber Gesunde Fette.
Vitamin E ist hitze- und lichtempfindlich
Vitamin E wird durch Licht, Sauerstoff und hohe Hitze abgebaut. Öle deshalb dunkel und gut verschlossen lagern, Nüsse nicht monatelang offen stehen lassen. Beim Braten geht ein Teil verloren – ein Grund mehr, einen Teil des Öls kalt über Salat oder fertiges Gemüse zu geben.
Mangel erkennen
Ein ernährungsbedingter Vitamin-E-Mangel kommt bei gesunden Erwachsenen praktisch nicht vor. Möglich ist er bei Erkrankungen, die die Fettaufnahme stören, etwa bei Mukoviszidose oder bestimmten Erkrankungen von Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse, sowie bei sehr seltenen erblichen Störungen. Ein schwerer Mangel kann sich dann über Nerven- und Muskelprobleme zeigen.
Solche Beschwerden haben viele mögliche Ursachen. Sie gehören in ärztliche Hand, eine Selbstbehandlung mit Vitamin E ist nicht sinnvoll.
Nahrungsergänzung: wann sinnvoll
Für gesunde Menschen bringt ein Vitamin-E-Präparat nach heutigem Wissen keinen Vorteil. Lange galt Vitamin E als „Anti-Aging-Vitamin“, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs schützen sollte. Große kontrollierte Studien haben das nicht bestätigt. In der ATBC-Studie mit männlichen Rauchern etwa zeigte Vitamin E keinen Schutz vor Lungenkrebs.
Hohe Dosen können sogar Nachteile haben. Die EFSA hat eine tolerierbare Höchstmenge von 300 mg am Tag für Erwachsene festgelegt. Sehr hohe Mengen können die Blutgerinnung beeinflussen. Bei blutverdünnenden Medikamenten oder vor einer Operation gehören Vitamin-E-Präparate deshalb in die ärztliche Absprache.
Ein Thema ist eine Ergänzung bei nachgewiesenem Mangel durch eine der genannten Erkrankungen. Ob und in welcher Dosis, entscheidet dann die behandelnde Ärztin oder der Arzt.
Häufige Fragen
Ist Vitamin E in Hautcremes dasselbe wie im Essen?
In Kosmetik wird Vitamin E vor allem als Schutz für die Creme selbst eingesetzt, damit die Öle darin nicht ranzig werden. Mit deiner Versorgung über das Essen hat das nichts zu tun.
Welches Öl hat am meisten Vitamin E?
Weizenkeimöl liegt weit vorn, ist aber teuer und eher etwas für die kalte Küche. Im Alltag sind Rapsöl und Sonnenblumenöl gute Lieferanten. Rapsöl hat zusätzlich ein günstiges Fettsäuremuster.
Kann ich über Nüsse und Öl zu viel Vitamin E bekommen?
Aus normalen Lebensmitteln ist das praktisch nicht möglich. Nüsse und Öle sind eher wegen ihrer Energie ein Thema: Eine kleine Handvoll Nüsse und ein bis zwei Esslöffel Öl am Tag passen gut in eine Abnehmküche, große Mengen nebenbei schnell nicht mehr. Zu viel Vitamin E kommt, wenn überhaupt, aus hoch dosierten Kapseln.
Brauche ich beim Abnehmen mehr Vitamin E?
Nein. Wichtig ist nur, Fett nicht komplett zu streichen. Wer ganz ohne Öl, Nüsse und Samen isst, nimmt weniger Vitamin E auf – und auch die anderen fettlöslichen Vitamine schlechter. Weitere Nährstoffe findest du auf der Seite Vitamine und Mineralstoffe.
Quellen
- Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin E. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), 3. Auflage, 2025.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Europäische Kommission, Amtsblatt der Europäischen Union, 2012.
- Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), 2006.
- The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers (ATBC Study Group). New England Journal of Medicine, 1994.
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.
Stand: 23.10.2026
Rezepte mit viel Vitamin E
Alle Rezepte
Gemüsespieße vom Grill – vegan mit Tofu und Rauchpaprika-Marinade

Gefüllte Paprika mit Hackfleisch und Reis – leichter überbacken

Tofu-Gemüse-Pfanne mit Erdnusssauce – knusprig und vegan

Lachs mit Spinat und Feta aus dem Ofen – low carb in 30 Minuten

Grillgemüse mit Kräuterdip – mit Halloumi für den Grill oder die Pfanne
