Diät im Check

Formula-Diät: Shake-Diäten wie Yokebe und Optifast neutral erklärt

Fertige Shakes oder Suppen ersetzen eine, zwei oder alle Mahlzeiten – als Drogerieprodukt in Eigenregie oder als ärztlich betreutes Programm.

KI-Bild

Das Prinzip

Eine Formula-Mahlzeit liefert eine genau festgelegte, kleine Energiemenge mit genug Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Ersetzt sie normale Mahlzeiten, entsteht ein planbares Kaloriendefizit.

Aufwand im Alltag
mittel
Studienlage
gut

Spricht dafür

  • Sehr einfache Portionskontrolle ohne Rechnen
  • Gut untersucht, auch in Studien über ein Jahr und länger
  • Zusammensetzung ist in der EU gesetzlich geregelt
  • Ärztlich betreute Programme verbinden die Shakes mit Beratung und Bewegung

Spricht dagegen

  • Trinken macht weniger satt als Kauen, das Essen fehlt vielen
  • Phasen nur mit Shakes sind anstrengend und nicht für alle sicher
  • Laufende Kosten, betreute Programme sind teuer
  • Der Übergang zurück zu normalem Essen ist der schwierigste Teil

Passt gut, wenn …

  • Gesunde Erwachsene, die eine Mahlzeit am Tag unkompliziert ersetzen möchten
  • Menschen mit starkem Übergewicht, die ein ärztlich betreutes Programm mit Formula-Phase machen
  • Wer Struktur braucht und gern nach festen Regeln isst

Nicht geeignet …

  • Schwangere und Stillende
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit einer Essstörung – jetzt oder in der Vergangenheit
  • Menschen mit Diabetes oder Blutdruck-Medikamenten – Phasen mit mehreren ersetzten Mahlzeiten nur ärztlich begleitet
  • Menschen mit Nieren-, Herz- oder Lebererkrankungen, Gicht, Gallensteinen in der Vorgeschichte oder anderen chronischen Erkrankungen – vorher ärztlich abklären
  • Menschen mit leichtem Übergewicht – reine Shake-Phasen sind dafür unnötig streng

So funktioniert eine Formula-Diät

Formula-Diät ist der Oberbegriff für Abnehmen mit fertig zusammengesetzten Mahlzeiten – meist als Pulver für Shakes, manchmal als Suppe oder Riegel. Im Alltag heißt das oft einfach Shake-Diät. Eine Formula-Mahlzeit liefert eine festgelegte, kleine Energiemenge und gleichzeitig genug Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.

Es gibt zwei Spielarten, die man auseinanderhalten sollte:

  • Mahlzeitersatz: Ein Shake ersetzt eine oder zwei Mahlzeiten, die übrigen Mahlzeiten isst du normal. Solche Produkte gibt es in Drogerie, Supermarkt und Apotheke, bekannte Namen sind etwa Yokebe oder Almased.
  • Vollständige Formula-Ernährung: Für eine begrenzte Zeit ersetzen Shakes oder Suppen alle Mahlzeiten. Die Energiemenge ist dabei sehr niedrig. Das gehört in ärztliche Begleitung.

Für beide Varianten gibt es in der EU Vorgaben, was die Produkte enthalten müssen. Die EFSA hat dafür beschrieben, welche Mindestmengen an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren eine vollständige Formula-Ernährung braucht (EFSA, 2015).

Woher das Abnehmen kommt

Über das Kaloriendefizit: Du isst weniger, als du verbrauchst. Formula-Mahlzeiten machen das planbar, weil jede Portion gleich viel liefert. Du musst nicht schätzen, nicht wiegen und nicht nachschlagen. Je mehr Mahlzeiten du ersetzt, desto größer wird das Defizit – und desto schneller geht es anfangs auf der Waage nach unten.

Eine geheime Zutat gibt es nicht. Ob ein Shake von Marke A oder B stammt, ist für das Gewicht weniger wichtig als die Frage, wie gut du ihn in deinen Alltag einbaust.

Optifast: das ärztlich betreute Programm

Optifast steht in Deutschland vor allem für ein rund einjähriges Programm für Menschen mit starkem Übergewicht. Es läuft in spezialisierten Zentren und wird von Ärztinnen und Ärzten, Ernährungsfachkräften, Psychologinnen und Psychologen und Bewegungstherapie begleitet. Am Anfang steht eine mehrwöchige Phase, in der nur Formula-Nahrung getrunken wird. Danach kommt Schritt für Schritt normales Essen zurück, und es geht um Gewohnheiten, Bewegung und das Halten des Gewichts.

Das ist etwas ganz anderes als ein Shake aus der Drogerie: Blutwerte und Medikamente werden kontrolliert, die Begleitung dauert viele Monate.

Was die Forschung sagt

Formula-Diäten gehören zu den besser untersuchten Ansätzen. Die britische DiRECT-Studie (Lean et al., 2018) untersuchte Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht. In der Programmgruppe ersetzte eine Formula-Ernährung für einige Monate alle Mahlzeiten, danach folgte ein betreuter Übergang zu normalem Essen. Die Gruppe nahm deutlich mehr ab als die Vergleichsgruppe. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden in der Programmgruppe erreichte nach einem Jahr eine sogenannte Remission: Ihr Langzeit-Blutzuckerwert lag ohne Diabetes-Medikamente unter dem Grenzwert für Diabetes. Wichtig: Die Medikamente wurden nach Studienprotokoll unter ärztlicher Kontrolle abgesetzt – das ist kein Vorbild für eigenmächtige Änderungen.

Die DROPLET-Studie (Astbury et al., 2018) brachte ein ähnliches Programm in britische Hausarztpraxen. Nach einem Jahr hatten die Teilnehmenden im Schnitt mehr abgenommen als mit der üblichen Beratung. Auch hier gehörten Begleitung und Übergangsphase dazu.

Zum Optifast-Programm gibt es eine Auswertung aus deutschen Zentren (Bischoff et al., 2012) und eine Vergleichsstudie aus den USA (Ard et al., 2019). In beiden nahmen Teilnehmende deutlich ab. Die deutsche Auswertung hatte keine Vergleichsgruppe, die amerikanische wurde vom Hersteller unterstützt.

Die Kehrseite zeigt sich in fast allen Studien: Nach der Formula-Phase steigt das Gewicht bei vielen wieder etwas an. Programme mit langer Begleitung schneiden dabei besser ab als Shakes in Eigenregie.

Risiken

  • Hunger, Müdigkeit, Frieren, Kopfschmerzen in den ersten Tagen.
  • Verstopfung, weil Ballaststoffe aus Gemüse und Vollkorn fehlen.
  • Gallensteine: Schnelles Abnehmen erhöht das Risiko.
  • Muskelverlust, vor allem bei schneller Abnahme. Bewegung und genug Eiweiß wirken dem entgegen.
  • Unterzuckerung oder zu niedriger Blutdruck bei Diabetes- oder Blutdruck-Medikamenten.

Ein typischer Tag

Ein Tag mit einem ersetzten Mittagessen könnte so aussehen:

So bleibt das Kochen und Essen am Abend erhalten – und du übst nebenbei, wie eine sättigende Mahlzeit aussieht.

Für wen geeignet – und für wen nicht

Eine ersetzte Mahlzeit am Tag ist für gesunde Erwachsene eine unkomplizierte Hilfe, wenn sie zum Alltag passt. Reine Shake-Phasen sind etwas für Menschen mit starkem Übergewicht und gehören in ärztliche Begleitung, wie bei Optifast oder in Studien wie DiRECT.

Nicht geeignet ist eine Formula-Diät für Schwangere und Stillende, für Kinder und Jugendliche und für Menschen, die eine Essstörung haben oder hatten. Bei Diabetes- oder Blutdruck-Medikamenten, bei Erkrankungen von Nieren, Herz oder Leber, bei Gicht oder früheren Gallensteinen gilt: erst ärztlich abklären. Bei leichtem Übergewicht sind reine Shake-Phasen unnötig streng – ein moderates Kaloriendefizit mit normalem Essen reicht.

Häufige Fehler

  • Wochenlang nur Shakes ohne Begleitung. Das ist der riskanteste Weg.
  • Zu wenig trinken. Wasser und Tee gehören dazu.
  • Die Normal-Mahlzeit verdoppeln. Dann ist das Defizit weg.
  • Den Übergang vergessen. Ohne Plan für normales Essen kommt das Gewicht oft zurück, der Jojo-Effekt.
  • Bewegung streichen. Gerade in der Formula-Phase hilft Krafttraining, Muskeln zu erhalten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Yokebe, Almased und Optifast?

Yokebe und Almased sind Produkte für den Mahlzeitersatz, die du selbst kaufst und anwendest. Optifast steht in Deutschland vor allem für ein ärztlich betreutes Programm mit langer Begleitung. Das Prinzip – festgelegte Formula-Mahlzeiten – ist bei allen ähnlich.

Wie lange darf man eine Shake-Diät machen?

Eine ersetzte Mahlzeit pro Tag lässt sich länger durchhalten. Reine Shake-Phasen mit sehr wenig Energie sollten nur ärztlich begleitet stattfinden.

Kann ich Shakes selbst mixen?

Ein Shake aus Milch, Obst und Haferflocken ist eine gute Zwischenmahlzeit, aber keine Formula-Mahlzeit: Ihm fehlt die festgelegte Zusammensetzung. Als Ersatz für alle Mahlzeiten taugt er nicht.

Yokebe, Almased und Optifast sind Marken ihrer jeweiligen Hersteller. Diese Seite ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Unternehmen.

Quellen

  1. Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial (Lean et al.). The Lancet, 2018.
  2. Doctor Referral of Overweight People to Low Energy total diet replacement Treatment (DROPLET): pragmatic randomised controlled trial (Astbury et al.). BMJ, 2018.
  3. Effectiveness of a Total Meal Replacement Program (OPTIFAST Program) on Weight Loss: Results from the OPTIWIN Study (Ard et al.). Obesity, 2019.
  4. Multicenter evaluation of an interdisciplinary 52-week weight loss program for obesity with regard to body weight, comorbidities and quality of life – a prospective study (Bischoff et al.). International Journal of Obesity, 2012.
  5. Scientific Opinion on the essential composition of total diet replacements for weight control. EFSA Journal (EFSA NDA Panel), 2015.

Stand: 23.10.2026

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