Oktoberfest zu Hause: Brotzeit mit Obatzda, Radi und Brezn
Im September beginnt in München die Wiesn, und vielerorts wird mitgefeiert – im Festzelt oder mit einer Brotzeit auf dem Balkon. Obatzda, Radi und Hendl lassen sich leichter zubereiten, ohne dass es nach Verzicht schmeckt. Und bei Bier und Brezn hilft ein ehrlicher Blick auf die Zahlen.

Unsere Tipps
- Das Brotzeitbrett zur Hälfte mit Radi, Radieschen, Gurke und Paprika belegen. Dann kommen Obatzda und Brot dazu, und es bleibt trotzdem üppig.
- Alkoholfreies Bier schmeckt inzwischen vielen genauso gut und hat nur einen Bruchteil der Energie. Im Wechsel mit Wasser getrunken, kommst du entspannt durch den Abend.
- Eine große Brezn lässt sich wunderbar teilen. Ohne Butter bleibt sie deutlich leichter, zum Obatzda braucht sie ohnehin keine.
- Beim Hendl steckt der meiste Fettanteil in der Haut. Iss sie, wenn du sie liebst – oder genieß das saftige Fleisch und lass die Haut liegen.
- Wer ins Festzelt geht, isst am besten vorher etwas mit Eiweiß und Gemüse. Mit leerem Magen wirkt Alkohol schneller, und der Hunger wird größer.
Passende Rezepte
Alle Rezepte
Obatzda light – mit Camembert, Magerquark und Radieschen

Laugenbrezel selber machen – mit Natronbad statt Lauge

Brathähnchen Wiesn-Art – Hendlkeulen mit Gurken-Radieschen-Salat

Radisalat – bayerischer Rettichsalat mit Schnittlauch

Hähnchenschenkel aus der Heißluftfritteuse mit knuspriger Haut und großem Salat

Frikadellen aus Putenhack – mit Kartoffeln und Gurkensalat

Kartoffelsalat ohne Mayo – mit Brühe, Gurke, Radieschen und Ei

Krautsalat mit Karotte – ohne Mayo, mit warmer Essig-Marinade

Gurkensalat mit Joghurt-Dill-Dressing – klassisch und leicht

Quarkbrötchen mit Dinkelvollkorn – ohne Hefe, in 35 Minuten
Die Brotzeit leichter machen
Eine bayerische Brotzeit lebt von wenigen, guten Zutaten. Der Obatzda ist der Star: Klassisch wird Camembert mit viel Butter angemacht, in der leichten Variante übernimmt Magerquark diesen Part. Der Käse schmeckt trotzdem kräftig, die Creme wird lockerer. Dazu ein Radisalat – hauchdünn gehobelter Rettich mit Salz, Essig und Schnittlauch –, ein Krautsalat und ein Gurkensalat, und das Brett ist voll.
Statt Leberkäse oder Schweinshaxe gibt es Fleischpflanzerl aus Putenhack oder ein Hendl aus der Heißluftfritteuse, dessen Haut knusprig wird, ohne dass es in Fett schwimmt. Ein Kartoffelsalat mit Brühe statt Mayo gehört dazu.
Brezn: ehrlich betrachtet
Ohne Brezn geht es nicht, und das muss es auch nicht. Gut zu wissen ist, wo die Energie steckt. Laut Bundeslebensmittelschlüssel kommt eine Laugenbrezel von 80 g auf gut 220 kcal. Die großen Brezn vom Fest sind meist schwerer. Bestrichen mit Butter steigt der Wert deutlich: Eine Butterbrezel liegt bei rund 400 kcal je 100 g, eine Brezel ohne Butter bei knapp 280 kcal.
Eine Münchner Weißwurst von 80 g bringt gut 230 kcal mit, vor allem aus Fett. Eine oder zwei mit süßem Senf und Brezn sind ein Frühstück, das lange satt macht – es muss nur nicht jeden Tag sein.
Bier in Zahlen
Bier wird gern unterschätzt, weil man es trinkt und nicht isst. Ein Pils liefert laut Bundeslebensmittelschlüssel 38 kcal je 100 ml, eine Maß – also ein Liter – damit rund 380 kcal. Das Festbier auf der Wiesn ist meist etwas stärker als Pils und liegt eher darüber. Ein halber Liter Weizenbier kommt auf etwa 210 kcal. Alkoholfreies Bier liegt bei 18 kcal je 100 ml, die Maß also bei rund 180 kcal.
Hinzu kommt der Alkohol selbst: Er macht nicht satt, regt bei vielen den Appetit an und verschlechtert den Schlaf. Mehr dazu liest du im Ratgeber Alkohol und Abnehmen. Wer feiern möchte, ohne zu trinken, ist mit alkoholfreiem Bier, Saftschorle oder Wasser mit Zitrone in bester Gesellschaft.
Das Fest genießen
Ein Wiesn-Abend oder eine Brotzeit mit Freunden macht auf Dauer keinen Unterschied für dein Gewicht, solange er die Ausnahme bleibt. Genieß, was dir am meisten bedeutet, und lass den Rest weg. Am nächsten Tag geht es ganz normal weiter – ohne Ausgleichsfasten, mit einem guten Frühstück und einem Spaziergang.