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Lebensmittel mit wenig Kalorien: Tabelle und warum sie so gut satt machen

Kurz gesagt: Wenig Kalorien und viel Volumen haben vor allem Gemüse, Salat, Pilze, viele Obstsorten, magere Milchprodukte wie Magerquark und Skyr, magerer Fisch und Hülsenfrüchte. Sie sind satt machend, weil sie viel Wasser, Ballaststoffe oder Eiweiß mitbringen – Forschende sprechen von einer geringen Energiedichte. Wer seine Teller damit füllt, kann große Portionen essen, und es fällt leichter, im Kaloriendefizit zu bleiben.
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Stand: 23.10.2026 · 7 Min. Lesezeit

Was macht ein Lebensmittel sättigend?

Satt wirst du nicht nur von Kalorien, sondern ganz wesentlich von Menge. Der Magen meldet ans Gehirn, wie voll er ist, und Hormone aus dem Darm melden, was angekommen ist. Lebensmittel mit viel Wasser und Ballaststoffen füllen den Magen, ohne viel Energie mitzubringen. Eiweiß sättigt zusätzlich besonders gut.

Die US-Ernährungsforscherin Barbara Rolls hat dafür das Prinzip der Energiedichte intensiv erforscht und bekannt gemacht: Kalorien pro Gramm Lebensmittel. Gurke hat eine sehr geringe Energiedichte, Öl eine sehr hohe. Für den gleichen Platz auf dem Teller liegen dazwischen Welten.

Ihre Gruppe hat gezeigt, was das für den Alltag bedeutet. Wer vor dem Mittagessen einen großen, leichten Salat aß, nahm über die ganze Mahlzeit weniger Energie auf (Rolls, Roe und Meengs, 2004). Ein schwerer Salat mit viel Käse und Dressing bewirkte das Gegenteil. Ähnliches gilt für Suppe als Vorspeise (Flood und Rolls, 2007). Und in einer einjährigen Studie (Ello-Martin et al., 2007) nahmen Frauen, die zusätzlich zu weniger Fett gezielt mehr wasserreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse aßen, etwas mehr ab und berichteten von weniger Hunger.

Tabelle: Lebensmittel mit wenig Kalorien pro 100 g

Gruppe Lebensmittel kcal je 100 g Eiweiß je 100 g Ballaststoffe je 100 g
Gemüse und Salat Romanasalat 14 1 g 1,6 g
Gemüse und Salat Salatgurke 16 1 g 0,9 g
Gemüse und Salat Feldsalat 18 2 g 1,8 g
Gemüse und Salat Radieschen 18 1 g 1,5 g
Gemüse und Salat Blattspinat (TK) 20 2 g 1,9 g
Gemüse und Salat Zucchini 22 1 g 1,1 g
Gemüse und Salat Tomate 22 1 g 1,3 g
Gemüse und Salat Champignons 28 4 g 1,9 g
Gemüse und Salat Kohlrabi 28 2 g 1,5 g
Gemüse und Salat Grüne Bohnen 28 2 g 1,9 g
Gemüse und Salat Hokkaido-Kürbis 30 1 g 0,8 g
Gemüse und Salat Blumenkohl 35 2 g 2,9 g
Gemüse und Salat Brokkoli 35 4 g 3,0 g
Gemüse und Salat Rote Paprika 36 1 g 2,2 g
Gemüse und Salat Karotte 40 1 g 2,9 g
Obst Erdbeeren 38 1 g 2,0 g
Obst Himbeeren 43 1 g 4,7 g
Obst Orange 49 1 g 2,2 g
Obst Apfel 58 0 g 2,3 g
Beilagen Kartoffeln (festkochend) 83 2 g 1,4 g
Milchprodukte Naturjoghurt (1,5 %) 62 5 g 0 g
Milchprodukte Skyr natur 64 10 g 0,2 g
Milchprodukte Magerquark 66 12 g 0 g
Milchprodukte Hüttenkäse 109 13 g 0 g
Fisch und Fleisch Kabeljaufilet 79 18 g 0 g
Fisch und Fleisch Garnelen (roh, geschält) 87 19 g 0 g
Fisch und Fleisch Seelachsfilet 99 19 g 0 g
Fisch und Fleisch Hähnchenbrustfilet 109 23 g 0 g
Pflanzliches Eiweiß Tofu natur 115 16 g 1,3 g
Pflanzliches Eiweiß Linsen (Dose, abgetropft) 119 9 g 7,4 g
Pflanzliches Eiweiß Kichererbsen (Dose, abgetropft) 136 8 g 9,8 g
Ei Ei 135 13 g 0 g
Zum Vergleich Vollkornbrot 210 7 g 10,0 g
Zum Vergleich Zartbitterschokolade (70 %) 563 9 g 10,1 g
Zum Vergleich Walnüsse 721 16 g 4,6 g
Zum Vergleich Olivenöl 899 0 g 0 g

Werte: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Max Rubner-Institut)

So liest du die Tabelle

  • Kalorien allein sind nicht alles. Salatgurke hat kaum Energie, sättigt aber auch nur kurz. Lange satt machen eher Lebensmittel, die wenig Kalorien mit Eiweiß oder Ballaststoffen verbinden – etwa Magerquark, Skyr, Fisch, Hülsenfrüchte, Brokkoli oder Himbeeren.
  • Die Vergleichszeilen sind kein Verbot. Vollkornbrot, Nüsse und Öl gehören zu einer guten Ernährung. Sie sind nur energiedichter, deshalb lohnt sich bei ihnen ein Blick auf die Menge. Mehr dazu im Ratgeber Gesunde Fette.
  • Kartoffeln sind besser als ihr Ruf. In einer bekannten Untersuchung zur Sättigung verschiedener Lebensmittel (Holt et al., 1995) lagen gekochte Kartoffeln ganz vorn. Als Pommes oder Chips sieht das anders aus.

Welche Lebensmittel sättigen besonders gut?

Drei Eigenschaften machen den Unterschied:

Viel Wasser: Gemüse, Salat, Obst und Suppen. Sie füllen den Magen und bringen kaum Energie mit. Eine Suppe wie Gemüsesuppe, Minestrone oder Kürbissuppe mit Ingwer ist deshalb eine ideale Vorspeise oder ein leichtes Hauptgericht.

Viele Ballaststoffe: Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse und Beeren quellen auf und verlangsamen die Verdauung. Mehr dazu im Ratgeber Ballaststoffreiche Lebensmittel.

Viel Eiweiß: Magerquark, Skyr, Hüttenkäse, Eier, Fisch, Geflügel, Tofu und Hülsenfrüchte. Eiweiß sättigt pro Kalorie besser als Fett oder Kohlenhydrate. Mehr dazu im Ratgeber Eiweißreiche Lebensmittel.

Am besten wirkt die Kombination: Ein Linsencurry mit Spinat, eine Hähnchen-Gemüsepfanne oder ein Omelett mit Gemüse und Feta bringen alle drei Eigenschaften mit.

So kochst du große Portionen mit wenig Kalorien

Das Prinzip ist einfach: Den Teller nicht leerer machen, sondern anders füllen.

  1. Gemüse zuerst. Die Hälfte des Tellers mit Gemüse oder Salat füllen, ein Viertel mit Eiweiß, ein Viertel mit Beilage.
  2. Strecken statt streichen. In Bolognese, Curry oder Auflauf passt mehr Gemüse, als das Rezept sagt. Das Spaghetti Bolognese light zeigt, wie das geht.
  3. Gemüse als Beilage tauschen. Blumenkohlreis oder Zucchini-Nudeln mit Tomatensauce ersetzen einen Teil von Reis oder Nudeln.
  4. Mit Suppe oder Salat beginnen. Ein leichter Einstieg nimmt den größten Hunger, bevor das Hauptgericht kommt.
  5. Öl und Soßen abmessen. Ein Löffel Öl ist gut, ein unkontrollierter Schuss oft mehr, als du denkst. Ein Joghurt- oder Quark-Dressing ist eine gute Alternative zu Sahne und Mayonnaise.
  6. Langsam essen. Das Sättigungssignal braucht etwas Zeit. Wer schlingt, isst oft mehr, bevor es ankommt.

Was du vermeiden solltest

  • Nur noch „Null-Kalorien-Essen“. Wer nur Gurke und Salat isst, bekommt zu wenig Eiweiß und Energie und kämpft bald mit Heißhunger. Ein moderates Kaloriendefizit ist auf Dauer leichter.
  • „Negative Kalorien“ glauben. Kein Lebensmittel verbraucht beim Verdauen mehr Energie, als es liefert – auch nicht Sellerie. Es ist nur sehr energiearm.
  • Getränke vergessen. Säfte, Limonade und Alkohol liefern Energie, ohne entsprechend satt zu machen. Mehr dazu in Zucker reduzieren und Alkohol und Abnehmen.

Wenn du nicht selbst planen möchtest, zeigt der Herbst-Wochenplan mit 1.600 kcal eine Woche mit sättigenden Mahlzeiten. Eine vegetarische Variante ist der Vegetarische Wochenplan. Ob die Kalorienzahl zu dir passt, prüfst du mit dem Kalorienbedarf-Rechner.

Häufige Fragen

Welcher Snack hat wenig Kalorien und macht satt?

Gute Kandidaten sind Gemüsesticks mit Hummus, ein Becher Skyr oder Magerquark mit Beeren, ein Apfel, eine Portion Edamame oder knusprige Kichererbsen.

Muss ich Kalorien zählen, um so zu essen?

Nein. Das Prinzip der Energiedichte funktioniert für viele auch ohne Zählen: Mehr Gemüse, Eiweiß und Ballaststoffe auf den Teller, energiedichte Zutaten bewusst dosieren.

Ist Obst nicht zu süß zum Abnehmen?

Nein. Ganzes Obst hat eine geringe Energiedichte und sättigt durch Wasser und Ballaststoffe. Warum Saft eine andere Geschichte ist, erklärt der Ratgeber Obst beim Abnehmen.

Quellen

  1. Dietary energy density in the treatment of obesity: a year-long trial comparing 2 weight-loss diets (Ello-Martin et al.). American Journal of Clinical Nutrition, 2007.
  2. Salad and satiety: energy density and portion size of a first-course salad affect energy intake at lunch (Rolls, Roe, Meengs). Journal of the American Dietetic Association, 2004.
  3. Soup preloads in a variety of forms reduce meal energy intake (Flood, Rolls). Appetite, 2007.
  4. A satiety index of common foods (Holt et al.). European Journal of Clinical Nutrition, 1995.
  5. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0. Max Rubner-Institut, 2025.

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