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Dehnungsstreifen und lockere Haut nach dem Abnehmen: Was hilft?

Kurz gesagt: Dehnungsstreifen entstehen, wenn die Haut schneller gedehnt wird, als ihr Bindegewebe nachgeben kann – in Wachstumsschüben, in der Schwangerschaft oder bei schneller Gewichtszunahme. Ganz verschwinden sie nicht, aber sie verblassen mit der Zeit von Rot zu Silbrig-Weiß. Dass Cremes und Öle sie verhindern, ist nicht belegt; frische Streifen lassen sich hautärztlich etwas bessern, lockere Haut nach starkem Abnehmen notfalls operativ straffen.
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Stand: 23.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Was sind Dehnungsstreifen?

Dehnungsstreifen sind schmale, streifenförmige Linien in der Haut, die meist parallel verlaufen. Typische Stellen sind Bauch, Hüften, Po, Oberschenkel, Brust und Oberarme. Medizinisch heißen sie Striae distensae, in der Schwangerschaft auch Schwangerschaftsstreifen.

Sie entstehen in der mittleren Hautschicht, der Lederhaut. Dort sorgen Kollagen- und elastische Fasern dafür, dass die Haut fest und dehnbar ist. Wird die Haut schnell und stark gedehnt, reißen diese Fasern stellenweise. Die Oberhaut bleibt intakt, darunter bildet sich eine Art feine Narbe.

Dehnungsstreifen durchlaufen zwei Phasen:

  • Frische Streifen (Striae rubrae) sind rötlich bis violett, manchmal leicht erhaben und können jucken.
  • Ältere Streifen (Striae albae) sind blass, silbrig-weiß, oft leicht eingesunken und etwas glänzend.

Der Übergang dauert Monate bis Jahre. Mit der Zeit werden die Streifen fast immer unauffälliger.

Wie entstehen Dehnungsstreifen?

Die häufigsten Auslöser:

  • Wachstumsschübe in der Pubertät – bei Mädchen und Jungen.
  • Schwangerschaft, vor allem in den letzten Monaten, wenn der Bauch schnell wächst.
  • Schnelle Gewichtszunahme.
  • Schneller Muskelaufbau, zum Beispiel an Schultern und Oberarmen im Kraftsport.
  • Kortison: als Creme über lange Zeit auf derselben Stelle oder als Tablette über längere Zeit.

Ob du Dehnungsstreifen bekommst, hängt stark von der Veranlagung ab. Manche Menschen bekommen nach einer Schwangerschaft viele, andere bei gleichem Bauchumfang kaum welche. Das hat nichts damit zu tun, ob du dich gut genug eingecremt hast.

Bekommt man Dehnungsstreifen auch vom Abnehmen?

Neue Dehnungsstreifen entstehen vor allem beim Dehnen der Haut, also bei Zunahme. Was viele nach dem Abnehmen bemerken, sind meist Streifen, die schon vorher da waren. Solange die Haut gespannt war, fielen sie weniger auf; wenn sie lockerer wird, sind sie deutlicher zu sehen. Gleichzeitig wird oft lockere Haut sichtbar – dazu gleich mehr.

Helfen Cremes und Öle gegen Dehnungsstreifen?

Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick. Ein Cochrane-Review hat Studien zu Cremes und Ölen ausgewertet, die Schwangerschaftsstreifen vorbeugen sollen (Brennan, Young und Devane, 2012). Für keine der untersuchten Zubereitungen gab es überzeugende Belege, dass sie Dehnungsstreifen verhindern. Für Kakaobutter und Olivenöl fanden die Studien keinen Schutz.

Eincremen und Massieren kann trotzdem angenehm sein, gegen Juckreiz helfen und die Haut geschmeidig halten. Wenn dir das guttut, mach es gern – nur eben nicht mit der Erwartung, damit Streifen zu verhindern oder zu entfernen. Teure Spezialprodukte bringen dabei nach heutigem Wissen nicht mehr als eine einfache, gut verträgliche Pflege.

Was hilft bei vorhandenen Dehnungsstreifen?

Ganz entfernen lassen sie sich nicht. Sie können aber mit der Zeit von allein verblassen, und es gibt Behandlungen, die das Erscheinungsbild etwas verbessern können. Eine Übersichtsarbeit kam zu dem Schluss, dass die Studienlage insgesamt schwach ist und keine Methode verlässlich zu glatter Haut führt (Al-Himdani et al., 2014).

Was eine Hautärztin oder ein Hautarzt anbieten kann:

  • Cremes mit Vitamin-A-Säure (Tretinoin) bei frischen, roten Streifen. Sie sind verschreibungspflichtig und dürfen in der Schwangerschaft, bei Kinderwunsch und in der Stillzeit nicht verwendet werden.
  • Laserbehandlungen – je nach Gerät eher bei roten oder bei weißen Streifen.
  • Microneedling, bei dem mit feinen Nadeln winzige Reize gesetzt werden, damit die Haut neues Kollagen bildet.

Diese Verfahren werden in der Regel selbst bezahlt, brauchen mehrere Sitzungen und können Nebenwirkungen haben, etwa Rötungen oder Pigmentveränderungen, besonders bei dunklerer Haut. Lass dich in einer Facharztpraxis beraten und frag nach realistischen Ergebnissen.

Ein einfacher, risikofreier Trick: Frische Streifen werden durch Sonnenbräune oft deutlicher, weil die Narbe nicht mitbräunt. Sonnenschutz hilft, den Kontrast klein zu halten. Ein Selbstbräuner kann umgekehrt helle Streifen weniger auffällig machen.

Hängende Haut nach dem Abnehmen: Was kann ich tun?

Wer viel abgenommen hat, kennt das: Am Bauch, an den Oberarmen, an den Oberschenkeln oder an der Brust bleibt lockere Haut zurück. Das ist kein Zeichen, dass du etwas falsch gemacht hast. Es ist eine häufige Folge, wenn die Haut lange stark gedehnt war.

Wie viel lockere Haut bleibt, hängt von mehreren Dingen ab:

  • wie viel du abgenommen hast,
  • wie lange das Übergewicht bestand,
  • dein Alter – mit den Jahren wird die Haut weniger elastisch,
  • deine Veranlagung,
  • Rauchen und viel Sonne, die das Bindegewebe schwächen.

Es wird oft gesagt, dass langsames Abnehmen weniger lockere Haut hinterlässt. Gut belegt ist das nicht. Es gibt aber genug andere Gründe für ein moderates Tempo – mehr dazu im Ratgeber schnell abnehmen.

Was realistisch hilft

  • Zeit. Die Haut zieht sich nach dem Abnehmen noch eine Weile etwas zusammen, über Monate. Nach sehr großem Gewichtsverlust bleibt aber oft ein Überschuss.
  • Krafttraining. Es strafft nicht die Haut selbst, aber Muskeln füllen sie von innen etwas aus. Gerade an Armen, Beinen und Po sieht das oft deutlich straffer aus. Wie du anfängst, steht im Ratgeber Krafttraining beim Abnehmen, ein guter Einstieg ist der Ganzkörper-Plan für zuhause.
  • Genug Eiweiß, damit beim Abnehmen möglichst wenig Muskelmasse verloren geht. Ideen findest du bei den eiweißreichen Lebensmitteln.
  • Hautpflege in Hautfalten. Wo Haut auf Haut liegt, kann es zu Reibung, Rötung und Pilzinfektionen kommen. Gut trocknen, luftige Kleidung und bei Problemen ärztlich behandeln lassen.
  • Nicht rauchen und die Haut vor viel Sonne schützen.

Was nicht hilft: Straffungscremes, Kollagendrinks oder „Hautstraffungs-Kuren“. Sie können übergroße Haut nicht zurückbilden.

Wann kommt eine Straffungsoperation infrage?

Nach sehr großem Gewichtsverlust, etwa nach einer Magen-OP, bleibt oft so viel Haut übrig, dass nur eine Operation sie entfernen kann. Plastisch-chirurgische Eingriffe wie eine Bauchdeckenstraffung oder Oberarmstraffung sind große Operationen mit Narben und Risiken.

Ärztinnen und Ärzte empfehlen meist, damit zu warten, bis dein Gewicht über längere Zeit stabil ist. Sonst kann das Ergebnis durch weitere Veränderungen verloren gehen.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht – zum Beispiel wiederkehrende Entzündungen oder Hautinfektionen in den Hautfalten, die sich anders nicht in den Griff bekommen lassen. Für rein ästhetische Gründe zahlt sie nicht. Ob das bei dir der Fall ist, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis oder einer plastisch-chirurgischen Praxis; die Kasse entscheidet auf Antrag im Einzelfall.

Wann solltest du Dehnungsstreifen ärztlich anschauen lassen?

Meist sind Dehnungsstreifen harmlos. Zur Ärztin oder zum Arzt solltest du, wenn:

  • plötzlich viele breite, tief violette Streifen auftauchen, ohne dass du zugenommen hast, eine Schwangerschaft oder ein Wachstumsschub dahintersteckt,
  • dazu andere Veränderungen kommen, etwa Gewichtszunahme vor allem am Bauch und im Gesicht, Muskelschwäche, hoher Blutdruck oder blaue Flecken – das kann auf eine hormonelle Ursache hinweisen,
  • du über längere Zeit Kortison nimmst oder cremst und Streifen bemerkst. Setz Kortison aber nie eigenmächtig ab, sondern sprich mit der verordnenden Praxis.

Lockere Haut, Streifen – und der Blick in den Spiegel

Dehnungsstreifen und lockere Haut zeigen, dass dein Körper gewachsen ist, ein Kind getragen oder sich stark verändert hat. Sie sind bei sehr vielen Menschen da, auch wenn man sie in Werbung und sozialen Medien selten sieht. Wenn dich das trotzdem belastet, ist das verständlich. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber – auch über das Gefühl, nicht nur über die Haut.

Häufige Fragen

Kann man Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Nach heutigem Wissen nicht zuverlässig. Eincremen ist angenehm und mit gut verträglichen Produkten meist unproblematisch. Dass es Streifen zuverlässig verhindert, ist aber nicht belegt. Eine Gewichtszunahme im empfohlenen Bereich ist sinnvoll – aus vielen Gründen. Mehr zur Zeit danach steht im Ratgeber Abnehmen nach der Schwangerschaft.

Hilft viel Wasser trinken gegen lockere Haut?

Nein. Genug zu trinken ist gut für dich, aber es strafft die Haut nicht. Wie viel du brauchst, erklärt der Ratgeber Wie viel Wasser am Tag.

Verschwinden Dehnungsstreifen von allein?

Ganz nicht, aber sie werden mit der Zeit fast immer blasser und unauffälliger. Frische, rote Streifen sehen nach ein paar Monaten oft schon anders aus als am Anfang.

Quellen

  1. Topical preparations for preventing stretch marks in pregnancy (Brennan, Young und Devane). Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012.
  2. Striae distensae: a comprehensive review and evidence-based evaluation of prophylaxis and treatment (Al-Himdani et al.). British Journal of Dermatology, 2014.

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